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Die Stadtbefestigung von Soest

Die Stadtbefestigung von Soest: Gefährdetes (Welt)Kulturerbe -
05. September 2020
- Vortragsveranstaltung

Im vergangenen März nahmen wir Kontakt zu Prof. Dr. Ingo Sommer auf, um ihn als Soester (heute in Berlin lebend), Architekturhistoriker und anerkannten Experten zu der im Frühjahr geplanten Veranstaltung: Soest. 2020 - Walldurchbruch - ins Bürgerzentrum "Alter Schlachthof" einzuladen.

Er sagte zu, das Anliegen unterstützen, einen entsprechenden Aufsatz verfassen und ggfl. vortragen zu wollen. Die Corona-Pandemie führt nun dazu, dass die Veranstaltung: Soest. 2020 - Walldurchbruch - auf unbekannte Zeit verschoben werden muß.

Zum 26. Geburtstag der Kunst-Praxis Soest gelang es uns nun Prof. Dr. Ingo Sommer, als Soester (heute in Berlin lebend), Architekturhistoriker und anerkannten Experten einzuladen um sein Essay zur historischen Soester Wallanlage öffentlich vorzutragen.


Der Vortrag von Prof. Sommer zum Nachlesen [243 KB]

Eine Jubiläumsfeier und ein Dankeschön

Max Schulze, Kunstprofessor, Künstler und Betreiber des "Düsseldorfer Archiv Untergrund", hält die Laudatio vor Gästen im Garten der Kunst-Praxis.

Oktober 2019

Liebe Freund*innen der Kunst-Praxis,

trotz vieler anderer Kulturveranstaltungen in Stadt und Kreis Soest und des stürmisch-regnerischen Land-unter-Wetters, waren der Besuch unserer Kunst-Praxis-Jubiläumsfeier und die Rückmeldungen zur Dokumentation der Kunst- und Protestaktionen zur Umgestaltung des Soester Brunowalls in den Jahren 2018 und 2019 "Ende eines Sommers...", überwältigend!

Es gab viele persönliche Briefe, Anrufe, Emails und Beiträge - auch künstlerischer Art.

Ich bin sehr glücklich über diese Resonanz und die vielfach geteilte Freude am Gelingen der "sozialen Skulptur Kunst-Praxis", die in den 25 Jahren Höhen und Tiefen durchschiffte, oft ums Überleben kämpfte und ein mir ganz besonders "liebes Kind" geblieben ist, - mit all den Menschen, die sie zusammen mit mir gefördert, geformt, gestaltet und sich selbst dabei weiterentwickelt haben.

Ich danke jedem von Euch von Herzen für Eure wertvollen Beiträge, die Leckereien, Blumen, Euer liebevolles Mitwirken und Dabeisein

Susanne Lüftner-Haude

Dokumentation "Ende eines Sommers"

Oktober 2019

“Ende eines Sommers. Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!”

Die aktuelle Dokumentation der Kunst- und Protestaktionen der Kunst-Praxis auf dem Brunowall in Soest 2018 und 2019 ist erschienen.

Kooperationspartner: SOESTART, Soester Malschule, Kreis engagierter Bürger (KEB), Wall-Linden-Initiative. Seit Frühjahr ist die Kunst-Praxis Mitglied bei “Artists for Future” und im Klimanetzwerk Soest.

"Der Vorstand des Fördervereins der Kunst-Praxis möchte diese Dokumentation allen interessierten Soester*innen und den Ratsmitgliedern zum 25. Geburtstag der Kunst-Praxis als Jubiläumsgeschenk machen: Als einen wertvollen Beleg unserer jüngsten Stadtentwicklung, mit allen Aspekten, die auch und gerade in Soest zunehmend brisanter und dringlicher geworden sind: Klima-, Natur-, Kunst-, Kultur- und Denkmalschutz sowie die Teilhabe behinderter und nichtbehinderter Menschen am gesellschaftlichen und politischen Leben." Susanne Lüftner, 1. Vorsitzende Kunst-Praxis e.V. und Sprecherin KEB (Kreis Engagierter Bürger Soest)

Die Dokumentation liegt an bekannten Infopoints kostenlos aus. Außerdem hier als Download ... [14.561 KB]

Wir feiern 25 Jahre Kunst-Praxis!

September 2019
Am 29.9.2019 von 15 - 19 Uhr laden wir herzlich zum Jubiläumsfest mit Café Brut ein.

Ausstellung "Anpassungsstörung"

August 2019

„ANPASSUNGSSTÖRUNG“
Susanne Lüftner, Karl Burkhard, Alfred Stief, Med. Gustav Struck
19.08 – 25.08.2019
Eröffnung am Sonntag,18.08.2019, 15.00 Uhr
Kloster Wedinghausen,
Klosterstraße 11

ANPASSUNGSSTÖRUNG – Sammlung Lüftner zu Gast in Kloster Wedinghausen
Schon seit 1980 setzt sich die Bildende Künstlerin und Kunsttherapeutin Susanne Lüftner mit Kunst und Leben von Vertreter*innen der sogenannten „Outsider Art oder Art Brut" auseinander und bringt nun Teile ihre Sammlung ins Kloster Wedinghausen nach Arnsberg. Die Ausstellung „Anpassungsstörung“ zeigt Werke von Susanne Lüftner und drei Outsider-Künstlern, die sie während eines einjährigen Kunstprojektes in der Psychiatrie (1992/1993) kennen und schätzen lernte, deren Leben und Werk sie seitdem fördert und begleitet. Die dialogische Ausstellung ist so konzipiert, dass die Kunstwerke der drei Outsider untereinander und mit einigen dazu ausgesuchten Arbeiten von Susanne Lüftner korrespondieren: Es entstehen Überschneidungen und Parallelen, Bezüge und Absonderungen, Fremdheit und Annäherung zwischen den Exponaten - und den Betrachtenden: „ANPASSUNGSSTÖRUNG“- das gemeinsame Thema dieser Gruppenausstellung.

Susanne Lüftner, geb. 1953 in Soest, ist seit Ende ihres Kunststudiums an der Kunstakademie in München (Diplom 1978) nicht nur freischaffende Künstlerin sondern auch Mentorin für künstlerisch hochbegabte Menschen mit und ohne Behinderungen. 1994 hat sie in ihrer Heimatstadt Soest die Kunst-Praxis – ein landesweites Leuchtturmprojekt – gegründet, die sie bis heute leitet. Susanne Lüftner zeigt Fotoarbeiten, Malerei und ein Textilobjekt.

Die Zeichenkunst von Karl Burkhard (1927-2001) ist sowohl von einer fantasievollen Themenbreite als auch von seinen schmerzvollen Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus und von seinem späteren Erleben in der Psychiatrie geprägt. Der gebürtige Iserlohner besuchte in seinen letzten Lebensjahren die Kunst-Praxis und verstarb 2001 in Lippstadt.

Die Bilder und Kunstobjekte von Med. Gustav Struck (1937-2001) vermitteln direkt, expressiv und oft humorvoll die tiefe Natur- und Heimatverbundenheit des Künstlers, der auf dem elterlichen Bauernhof in Reelsen, Krs. Bad Driburg, aufwuchs, lebte und arbeitete, bis er für Jahrzehnte - mit kurzen Unterbrechungen - in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht wurde. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in Soest, wo er die Kunst-Praxis besuchte und in Nieheim, wo er in einem Alten- und Pflegeheim verstarb.

Alfred Stief, geb. 1952 in Recklinghausen überzeugt mit farbenkräftigen Bildwerken und dreidimensionalen Häkelarbeiten, die sein Leben vor, während und nach der psychiatrischen Internierung thematisieren. Der Künstler lebt heute in Soest.

Art Brut. Der Weinhändler und Kunstsammler Jean Dubuffet (1901-1985) stellte der Kunstgeschichte den Ausdruck Art Brut zur Verfügung. Gemeint ist „die rohe, ursprüngliche Schöpfung, wilder, reiner, unverfälschter Werke von unverbildeten Menschen“. Nach Meinung von Michel Thévoz, dem Leiter der Art-Brut-Sammlung in Lausanne, ist Art Brut„die äußere Form des Widerstandes gegenüber der kulturellen Institutionalisierung, die Ausdrucksform derer, die man als die Maximalisten der Kulturverweigerer bezeichnen könnte.“ An die Kritiker richtete Jean Dubuffet die Worte: „Sowenig wie es eine Kunst von Irren gibt, sowenig gibt es eine Kunst der an Verdauungsschwäche oder am Knie Erkrankten.“ (Text: Kurt Schrage)

„ANPASSUNGSSTÖRUNG“ ist eine bemerkenswerte und nachhallende Ausstellung, die zum Reflektieren und Staunen einlädt.

Die Ausstellung wird am 18.08 um 15.00 Uhr eröffnet und findet vom 19.08 bis zum 25.08.2019 im Kloster Wedinghausen statt. Sie ist jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Altstadtrundgang: Zukunftsfähige Stadtentwicklung

Mai 2019

Der Kreis engagierter Bürger (KEB) und die Kunst-Praxis veranstalten am Samstag, dem 11. Mai, einen Stadtrundgang zum Thema „Herausforderungen und Zielsetzungen einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung in Soest“.
Im Mittelpunkt dieses kritischen Altstadtrundganges stehen der Klimaschutz und - aufgrund der gefährdeten, spezifischen Identität unserer historischen Altstadt - der Denkmalschutz.
Treffpunkt ist um 15 Uhr im Rosengarten am Kunstwerk „Speak Free“, auch Rednerpult genannt.
Der ca. 2-stündige Rundgang behandelt u.a. das Wallentwicklungskonzept, insbesondere die Umgestaltung des Brunowalls mit angrenzender Gräfte sowie des „Mühlenpättkens“ und die geplante neue Bebauung an der Thomästraße. Er führt weiter durch den modernisierten Theodor-Heuss-Park und endet am Modezentrum Kress.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich Soest verbunden fühlen und sich für die Belange dieser besonderen Stadt einsetzen möchten, sind zum Rundgang herzlich eingeladen.

Avatar & Atavismus, Outside der Avantgarde

August - November 2015

Ausstellung "Avatar & Atavismus, Outside der Avantgarde"
Kunsthalle Düsseldorf, 22. August bis 8. November 2015

Die Künstler Karl Burkhard und Alfred Stief aus der Sammlung Susanne Lüftner nehmen mit ihren Werken an der Ausstellung teil.

Pressemitteilung zur Ausstellung:
„Angekommen! Heimliche Künstler“ titelte das art-Magazin im Jahr 2013, als Outsider Künstler ihre Werke auf der Biennale in Venedig zusammen mit den Besten der zeitgenössischen Kunst-Avantgarde präsentierten, nicht als Exotikum, sondern als selbstverständlicher Bestandteil: „Sie galten als psychisch krank oder waren Sonderlinge. Sie schufen sich einen eigenen Kosmos, obsessiv, konsequent, mit ganzer Hingabe. Irgendwann entdeckte der Kunstbetrieb die Werke und nannte sie Outsider Art. Auf der Biennale in Venedig steht diese Kunst jetzt sogar im Mittelpunkt - die Außenseiter von früher sind plötzlich mittendrin.“

In diesem Jahr wird diese Auszeichnung auch zwei Künstlern der Soester Kunst-Praxis zuteil: Karl Burkhard und Alfred Stief präsentieren in der Ausstellung „Avatar und Atavismus“ besonders herausragende Werke. Aus der Pressemitteilung der Kunsthalle Düsseldorf: „Die Ausstellung zeigt bekannte Künstlerinnen und Künstler mit Arbeiten zwischen Obsession, Narration und Ironie, wie sie seit der postmodernen Wende nach 1978 möglich geworden sind. Ein Raum mit Werken des `wilden´ Jahrzehnts eröffnet mit Namen wie Walter Dahn, Martin Disler und Jiří Georg Dokoupil. Daran schließen sich Arbeiten Siegfried Anzingers an, flankiert von Künstlern wie Antonius Höckelmann und Alfred Klinkan. Im folgenden Jahrzehnt lassen sich wie eine animistische Kette Positionen von Franz West, Rosemarie Trockel, Günther Förg, Thomas Schütte und Mike Kelley ausmachen, die neue Avatare erfinden: West die Lemuren, Förg die Masken und Trockel die gestrickten Gesichtsmasken `Balaklava´. Was diese Archetypen vollends legitimiert und erst heute richtig sichtbar macht: Diese Avatare sind von unterschiedlichen Persönlichkeiten der Generationen zuvor, angeführt von Louise Bourgeois und Maria Lassnig mit Georg Baselitz und Bruce Nauman, die in der gleichen Zeitspanne eine ähnliche Grundhaltung an den Tag legen.

Künstlerpersönlichkeiten wie Sarah Lucas, Dana Schutz, Kai Althoff, Thomas Zipp, André Butzer, Andy Hope 1930 oder John Bock setzen nach 2000 diese Tendenz mit ganz eigenen Akzenten fort. Tal R und Jonathan Meese errichten eine Teil-Rekonstruktion der Burg MOR von 2005. Die Avatare der jungen Generation von heute verbinden sich mit Ready Mades und Medienreflexion, so in den Arbeiten von Justin Matherly und Eva Kot'átková.

Hinzu kommen KünstlerInnen aus Kunsthaus Kannen Münster, Kunst-Praxis Soest e.V., MALzeitler Duisburg, ULSS 2 Feltre/Italien; u.a.: Georg Brinkschulte, Karl Burkhard, Giuseppe Curto, Giorgio Dorigo, Wilma Savio, Alfred Stief.“

Ausstellung "Metamorphosen"

Mai 2015

"Metamorphosen - Verwandlungen, Menschen und Schmetterlinge in der Natur und Kultur", Werke von Susanne Lüftner und Hartmut Lux in Möhnesee-Körbecke, 27. März bis 18. Mai 2015

Sinnreich

Nele Röttger, Susanne Lüftner-Haude, Gundula Rohe und Thomas Wachtendorf (von links)

Die Soester Kooperation für Lebenskunst

2013


In Soest gibt es drei Institutionen, die mit ihren spartenübergreifenden, integrativen Angeboten und Impulsen in Theorie und Praxis, überaus wirksam das Soester Kulturleben weit über seine Grenzen hinaus inspirieren. Diese drei sind die „Kunst-Praxis“, die seit 1994 in Soest ein künstlerisches, kunsttherapeutisches und philosophisches „Laboratorium“ für Menschen mit und ohne körperliche, seelische oder geistige Behinderungen betreibt und die im Jahre 2013 Haus, Atelier und Garten als Gesamtkunstwerk und Museum eröffnete, außerdem die „Rittersche Buch- und Kunsthandlung", die sich seit ihrer Gründung im Jahre 1836 als lebendiger Ort der Begegnung zwischen Mensch, Buch und literarischer Avantgarde versteht und schließlich die „Akademie für angewandte Philosophie", die seit 2012 in Soest auch für Nichtphilosophen philosophische Methoden und Einsichten bereithält.

Diese drei Institutionen haben ihren je eigenen Zugang zu den „großen Fragen“, beispielsweise nach Sinn, Freiheit, Gerechtigkeit oder Liebe. Gleichzeitig sind sie dadurch miteinander verbunden, dass sie das menschliche Bedürfnis in den Mittelpunkt stellen, sich und die Welt gemeinsam und nicht in Konkurrenz zueinander erforschen zu wollen.

Kunst-Praxis, Rittersche und Philosophie-Akademie, haben sich Anfang 2014 unter dem verbindenden Motto „Sinnreich“ zusammengeschlossen und wollen künftig gemeinsam grenzerweiternde Projekte in Soest initiieren. Den Anfang macht eine Vortragsreihe, die vom Philosophen, Biologen und Naturjournalisten Cord Riechelmann eröffnet wird, der ein von der Kritik gefeiertes Buch über Krähen veröffentlicht hat. Es folgen der Philosoph und Buchautor Gerd B. Achenbach, der 1981 den Begriff der Philosophischen Praxis (PP) begründete und schließlich der Philosoph und Hochschullehrer Wilhelm Schmid. Sie werden in je einem Vortrag am 7. Mai, 10. September und 24. November einen Spannungsbogen entwerfen von einer „Kultur der Erregung“, einer „Kultur der Begeisterung und des Engagements“ bis hin zur „Kultur der Gelassenheit“.

Kunst, Literatur und Philosophie haben uns insbesondere heute etwas Wesentliches zu sagen. In einer globalisierten Welt, die immer komplexer und vielfältiger wird, haben wir als Menschen Bedürfnisse und Fragen, die uns weder die Wirtschaft, noch die Technik oder die Naturwissenschaften beantworten können. Seit jeher macht der Mensch sich nicht nur auf die Suche, praktische Probleme und Aufgaben zu lösen, es gibt mehr, das ihn antreibt, mehr, was er verstehen will.

Kunst, Literatur und Philosophie haben gemeinsam, dass sie es dem Menschen ermöglichen, sich in Beziehung zu setzen: Hier begegnet der Mensch zunächst sich selbst und seinen eigenen Fragen. Das kann im stillen Kämmerlein geschehen. Da wir aber soziale und geistige Wesen sind, ist es für uns umso erhellender und bereichernder, wenn wir uns gemeinsam mit anderen Menschen im Austausch über Kunst, Literatur und Philosophie erfahren.

"Der dreifach diplomierte Idiot

Februar - Mai 2014

"Der dreifach diplomierte Idiot", das Phänomen Erich Spießbach
Die Kunst-Praxis lädt am Sonntag, dem 9. Februar, zu einer Exkursion ins Kunsthaus Kannen in Münster zur Ausstellungseröffnung ein.

Der dreifach diplomierte Idiot
Ab 15 Uhr wird Dr. Thomas Röske, Leiter der Sammlung Prinzhorn, in Soest als Experte und Förderer der Outsider-Art Sammlung Lüftner bekannt, in die Ausstellung "Der dreifach diplomierte Idiot", das Phänomen Erich Spießbach, einführen:

"Jemanden als verrückt und schwierig zu bezeichnen ist leicht, doch wenn diese Person dann auch noch Intellekt besitzt, wird es schwer.

Die Heilige Dummheit
Erich Spießbach (1901-1956) war anders als seine Zeitgenossen, eckte an und stritt. Die Lebensgeschichte von Erich Spießbach, die im Kunsthaus Kannen gezeigt wird, stellt nicht nur das Leben eines hochbegabten Menschen, sondern den Umgang mit psychisch Kranken im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit, der Debatte der Archäologie und familiärer Problematiken in dieser Zeit dar. (...)

Die siegreichen Dummen
Der Titel der Ausstellung „Der dreifach diplomierte Idiot“ – wie er sich auch selbst bezeichnete – bringt dies genau auf den Punkt. Sein Werk ist ein wunderbares Beispiel für eine Zeit in denen Menschen mit psychischen Problemen lieber aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden als sich mit ihnen auseinanderzusetzen. In seinen Werken geht er provokativ mit dem politischen Geschehen seiner Zeit und den sozialen Entwicklungen um."
(Text-Auszug, Kunsthaus Kannen)

Abfahrtszeit: 13.30 Uhr, Treffpunkt: Kunst-Praxis, Paradieser Weg 15, Soest. Kosten: 10 Euro/Person
Anmeldung und Information, Tel.: 02921 76 70 97; Mobil: 0160 970 483 59; eMail: kunstpraxis.soest@t-online.de
Ausstellungsdauer: 09.02. bis 04.05.2014
www.kunsthaus-kannen.de

„Eine Pionierin wird 20“

v.l.n.r. Sven Sladek, Susanne Lüftner, Michaela Ruhfus

die Kunst-Praxis in Soest, 1994 bis 2014

LEBENSART
Seit 1994 steht die KUNST-PRAXIS in Soest, mit dem 2012 eröffneten MUSEUM SAMMLUNG SUSANNE LÜFTNER – OUTSIDER & MODERN ART, für Kunst, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Als lebendige, unabhängige Institution bereichert die KUNST-PRAXIS die Kunst- und Kulturszene in Soest und weit über die Grenzen der Stadt hinaus.

Mit der Vorbereitung und Planung des Jubiläumsjahres 2014 der Soester Kunst-Praxis befassen sich seit wenigen Wochen, gemeinsam mit Susanne Lüftner, auch die diplomierte Kulturwissenschaftlerin und Künstlerin Michaela Ruhfus und der Informatiker Sven Sladek, die seit einigen Wochen im Kunst-Praxis-Team mitarbeiten. Die Schaffung von Arbeitsplätzen für Künstlerinnen und Künstler ist ein Satzungsziel der Kunst-Praxis. Susanne Lüftner und der Vorstand des Fördervereins sind ausschließlich ehrenamtlich tätig.

Susanne Lüftner: „Wir suchen derzeitnoch eine Person - eine Pensionärin oder einen Pensionär etwa - deres Freude machen würde, geeignete Sponsoren-Partner zu finden und mit unserer wohltätigen und gemeinnützigen Einrichtung zusammen zu bringen, die sich in der Vielfalt von Fördermitteltöpfen, Stiftungen und Projektgeldern zurechtfindet und passende Anträgebearbeitet und/oder die evtl. die Spendenakquise übernehmen möchte. Eine solche ehrenamtlich tätige Person wäre für das Kunst-Praxis-Team und die Menschen, die die Angebote der Kunst-Praxisnutzen, eine große Hilfe.“

In dieser Woche, vom 3. bis 6. Oktober, wird die Kunst-Praxis beim „2x2Forum“, einer Kunstmesse für Art Brut und Outsider Art, mit Vorträgen, Workshops und Theater, im Kunsthaus Kannen in Münstervertreten sein. (--> Info: kunsthaus-kannen.de)

Wer mitfahren und/oderuns dort besuchen möchte, kann sich in der Kunst-Praxis melden.

Ihren 20. Geburtstag in diesem Jahrgestaltet die Kunst-Praxis ruhiger und besinnlicher. Am Sonntag, den 13. Oktober, von 15 bis 18 Uhr wird zu selbstgebackenem Kuchen ins „Café Brut“ und zu einer Führung durch die Sammlung (ab 16 Uhr) eingeladen.

Kurzbeschreibung des Projektes, das in Soest und Berlin statt findet

Die Kunst-Praxis in Soest mit dem 2012 eröffneten „Museum Sammlung Susanne Lüftner – Outsider & Modern Art“ steht für Kunst, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

1994 von der Künstlerin und Kunsttherapeutin Susanne Lüftner gegründet, ist die Kunst-Praxis ein Ort der Begegnung zwischen jungen, erwachsenen und alten Menschen, Menschen in Lebenskrisen, nach Psychiatrieaufenthalten, Behinderten und Nicht-Behinderten. Ein Ort für Künstler, Philosophen und Forscher, Phantasten und Grenzgänger, Schauende und Schaffende. Als lebendige „Graswurzelbewegung“ bereichert die Kunst-Praxis seit nunmehr fast 20 Jahren die Kunst- und Kultur-Szenein Soest und weit über Grenzen unserer Stadt hinaus.

Die Kunst-Praxis war immer wieder Pionierin: So arbeiteten hier Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen, lange bevor der Begriff der Integration in der Gesellschaft zum Leitbegriff wurde. Werke aus der Sammlung Susanne Lüftner wurden in Deutschland und international ausgestellt, z. B. im Jüdischen Museum in Berlin, in der Halle de Saint Pierre in Paris, in der Galerie Stähli in Zürich und auf der Outsider Art in New York – und dies lange bevor die Art Brut von der „offiziellen Kunstwelt“ akzeptiert wurde und z. Zt. aktuell auf der Biennale in Venedig „angekommen“ ist.

VERANSTALTUNGEN IM JUBILÄUMSJAHR2014

In den letzten 20 Jahren haben Susanne Lüftner und das Kunst-Praxis-Team nicht nur vielfältigste Begegnungen ermöglicht, sondern zahlreiche Veranstaltungen sind durch Zusammenarbeiten entstanden. Im Jubiläumsjahr und zur Gründungsfeier am 11./12. Oktober 2014 sind alle Kunst-Praxis-Teilnehmer, Künstler und Philosophen, Mitstreiter und Förderer eingeladen, die die Kunst-Praxis ermöglicht, inspiriert und bereichert haben.Das Programm des Jubiläumsjahres wächst aus diesen Wieder-Begegnungen. Und natürlich sind dazu auch neue Gästeherzlich eingeladen!

KATALOG DER SAMMLUNG

Zu Anlass des 20-jährigen Bestehens möchte die Kunst-Praxis einen Katalog mit Werken von vier Künstlern aus der „Sammlung Susanne Lüftner“, die der „Art Brut“ oder„Outsider Art“ zuzuordnen sind, herausbringen, vorausgesetzt, die hierfür beantragten Fördergelder werden bewilligt.

Die Sammlung hat ihren Ursprung ebenfalls in einer Begegnung: Susanne Lüftner war 1992/93 als Künstlerin in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie Lippstadt-Benninghausen tätig. Dort arbeitete sie u. a. mit den Bewohnern Karl Burkhardt, Ferdinand Roßblatt, Alfred Stief und med.Gustav Struck, erkannte ihr künstlerisches Talent und begann, ihre Arbeit zu fördern und ihre Werke zu sammeln. Die erste Ausstellungim Jahr 1993 „Aus den Augen – Aus dem Sinn“ in der Neu-Sankt-Thomäkirche, im Burghofmuseum und im Bürgerzentrum „AlterSchlachthof“ in Soest ist heute noch vielen damaligen Besuchern in Erinnerung. Seitdem wächst die Kollektion ständig weiter und wurde in Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert. Dr. Thomas Röske, Leiter des Museums „Sammlung Prinzhorn“ in Heidelberg, der ersten und weltweit bedeutenden Sammlung der Kunst psychiatrisch internierter Menschen (um 1920), hat die Sammlung Susanne Lüftner, seit ihren Anfängen 1993, wissenschaftlich begleitet und maßgeblich gefördert.

Die geplante Werkschau wäre der erste „eigene“ Katalog der vier Künstler, die bis auf Alfred Stief inzwischen verstorben sind. Der Katalog soll ihr Lebenswerk würdigen und die Kraft und Eigenheit ihrer Arbeiten aufzeigen, die von der Unbedingtheit, sich ausdrücken zu müssen, Zeugnis geben. Zudem soll der Katalog das Engagement von Susanne Lüftner vorstellen und würdigen: durch ihren Einsatz – unter oft schwierigsten Voraussetzungen - sind Werke geschaffen worden, ist eine Sammlung entstanden, die es ohne sie, die selber Kunstschaffende ist, nicht gäbe.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier am 11./12. Oktober 2014 sollen Katalog und Werke der Sammlung in den Museums-Räumen der Kunst-Praxis in Soest und anschließend - vom 13. November 2014 bis zum 10. Januar 2015 - in der renommierten Galerie ‚Art Cru‘, in den Kunsthöfen in Berlin, präsentiert werden.

Infos zum Jubiläumscafe Brut
Jubiläum Cafe Brut Folder 2014.pdf
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Kunst-Praxis beim 2x2 Forum

Oktober 2013

Die KUNST-PRAXIS wird vom 3. bis 6. Oktober beim „2x2 Forum“, einer Kunstmesse für Art Brut und Outsider Art, mit Vorträgen, Workshops und Theater, im Kunsthaus Kannen in Münster vertreten sein.

Infos finden sich unter kunsthaus-kannen.de.

19. Geburtstag der Kunst-Praxis

Susanne Lüftner-Haude präsentierte drei Künstler ihrer Sammlung im Kunsthaus Kannen

Bericht vom 19. Geburtstag der Kunst-Praxis am 13. Oktober 2013 und dem 2x2 Forum im Kunsthaus Kannen vom 03. Bis 06. Oktober 2013.

Rotbackige Äpfel von der Nachbarin, frische Walnüsse aus der herbstlichen Börde, duftender Kaffee, ein von Künstlerinnenhand reich verzierter Geburtstagskuchen und viele weitere selbstgebackene Leckereien, - der 19. Geburtstagstisch in der Kunst-Praxis war am Sonntag reich gedeckt. Kunst-Praxis-Leiterin Susanne Lüftner-Haude führte die Gäste durch ihr Atelier und das ungewöhnliche Soester Kunsthaus, ein im letzten Jahr eröffnetes Museum, mit Exponaten aus der Sammlung Susanne Lüftner. Zwischen die Werke von Outsidern oder Art Brut-Künstlern, die Susanne Lüftner-Haude vor über 20 Jahren entdeckte, seitdem fördert und bereits international ausstellte, mischen sich Arbeiten von Künstlern wie Wolfgang Lüftner, Pavel Feinstein, Carola Mahl und Michaela Ruhfus, sowie Fotografien von Arno Haude.
Bei ihren Führungen weiß Susanne Lüftner viele Anekdoten und Geschichten über die originellen Künstler zu erzählen: „Ich erlebe immer wieder, wie beeindruckt, ja ergriffen, die Besucher reagieren, wie offen und aufgeschlossen sie nach kurzer Zeit das Gespräch suchen. Die besondere Gestaltung der Räume, in denen – anders als in einem gewöhnlichen Museum - gelebt und künstlerisch gearbeitet wird, darin die Exponate, die unmittelbar Zeugnis geben, dass sie ein Überlebensmittel für ihre hochbegabten und sensiblen Schöpfer bedeute(te)n und ihre oft tragischen Lebensgeschichten im sozialen Exil, in Anstalten oder in selbstgewählter Abgeschiedenheit, lassen niemanden unberührt.“ So trägt die Kunst-Praxis, seit bald 20 Jahren, mit ihren künstlerischen, kunsttherapeutischen und philosophischen Angeboten überaus erfolgreich dazu bei, dass sich Psychiatrie-Erfahrene, Menschen mit und ohne Behinderungen, unbefangener begegnen können und ihre lebensförderliche Kreativität, ihr künstlerisches Talent entfalten.

Susanne Lüftner-Haude berichtete den Gästen noch von den besonderen Würdigungen beim jüngsten Kongress und der Kunstmesse „2x2 Forum“ im Münsteraner Kunsthaus Kannen zu Beginn dieses Monats: Drei Künstler aus ihrer Sammlung, Karl Burkhard, Gustav Struck und Alfred Stief begeisterten die Besucher, Museumsleiter und Galeristen aus zahlreichen europäischen Ländern. Einladungen zu Ausstellungen folgten und das französische Museum „Art en Marche“ erwarb mehrere gehäkelte Objekte von Alfred Stief. Der inzwischen 61jährige Künstler war bekanntlich 2 Jahrzehnte zu Unrecht in der forensischen Psychiatrie untergebracht. Susanne Lüftner-Haude erwirkte, nach jahrelangem Kampf, gemeinsam mit einem Anwalt, 2009 seine Entlassung. (Der Anzeiger berichtete) Heute lebt Alfred Stief zufrieden, gesund, endlich gut betreut in Soest und arbeitet regelmäßig im Atelier der Kunst-Praxis. Weitere Werke aus der Sammlung Lüftner, eine Zeichnung von Karl Burkhard und zwei Häkelobjekte von Alfred Stief wurden vom Kunsthaus Kannen ausgewählt. Susanne Lüftner erwarb für ihre Sammlung ein großes, expressives Werk des französischen Art Brut-Künstlers Philippe Azema und eine weitere Skulptur von Markus Meurer mit dem phantastischen Titel „Medimafischkettenarmeisengokkel.“ In der Kunst-Praxis gratulierten die Gäste Alfred Stief, der mit Häkelnadel und Wolle zum Geburtstag erschienen war, zu seinem Erfolg. Der stellte daraufhin eine Kostprobe seiner Kunst, ein rotes Hütchen, her, das er als Geschenk zurückließ.