med. Gustav Struck

med. Gustav Struck

1937 in Paderborn geboren
2001 in Nieheim gestorben

Gustav Struck wuchs zusammen mit drei Schwestern auf dem elterlichen Bauernhof in der Nähe von Bad Driburg auf. Er war Landwirt und Jäger, Künstler und Erfinder. Nach einer Umschulung zum medizinischen Bademeister unterzeichnete er seine Bilder, Zeichnungen, Texte und Objekte mit dem Künstlernamen „med. Gustav Struck“. Er starb 2001 in einem Altenheim in Nieheim, Ostwestfalen-Lippe.

Seit einem Arbeitsunfall im Jahr 1964 lebte Gustav Struck viele Jahre in psychiatrischen Kliniken. Für den heimatverbundenen und naturliebenden Mann war es überaus schmerzlich, durch seine Erkrankung seinen ererbten Hof verlassen zu müssen, der – nun unbewohnt - nach und nach verfiel. In den wenigen Jahren außerhalb einer Klinik zog es Gustav Struck immer wieder auf seinen verwilderten Hof, wo er Hühner und ein „zahmes Schwein“ hielt, dem er Kunststücke beibrachte und mit dem er im nahegelegenen Wald spazieren ging.

Susanne Lüftner lernte Gustav Struck 1992 in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie Benninghausen kennen, wo sie als Künstlerin mit Patienten arbeitete. 1994, nach seiner Entlassung aus der Klinik, lebte Gustav Struck in Soest und besuchte regelmäßig die Kunst-Praxis.

Gustav Struck war ein humorvoller Mensch und expressiver Künstler. Er sang, tanzte, erzählte „Dönekes“ und trug mit verschmitztem Pathos Heimatgedichte vor. 1999 zog er zum letzten mal auf seinen verfallenden Hof. Bald darauf mußte er sich – seit Jahren schon an Diabetes erkrankt - einer Bein- und Fingeramputation unterziehen. Von da an lebte er im Alten- und Pflegeheim in Nieheim. Hier zeichnete, schrieb und malte er bis zu seinem Tod. Neben seinen künstlerischen Werken hinterließ er der Sammlung Lüftner Offenlegungsschriften und Patente seiner oft skurrilen Erfindungen.

Einzelausstellung

  • 1992 „Werke von med. Gustav Struck“, Galerie Fresco, Lippstadt

Werksauswahl

Zu den Bildern

Alle dargestellten Kunstwerke unterliegen dem Urheberrecht.

Ausstellungsbeteiligungen

  • 1991 „Die Würde des Menschen ist antastbar“, Westfälische Klinik für Psychiatrie, Eickelborn
  • 1993 „Aus den Augen – aus dem Sinn“, Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“, Soest
  • 1994 „Karl Burkhard, Andreas Duda, Ralf Grimm, Alfred Stief, med. Gustav Struck” Galerie Lüftner, Kunst-Praxis, Soest-Müllingsen
  • 1995 „Ans Licht geholt“, Kunstpalast Düsseldorf
  • 1996 „Immer in mir – immer in das Meer“, NRW-Landesinstitut, Soest und Galerie Lüftner, Soest-Ampen
  • 1997 Bilder aus der Kunst-Praxis“, Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“, Soest
  • 1997 „6 Künstler der Kunst-Praxis“, Drüggelter Kunststückchen, Möhnesee
  • 1998 „Bilder aus der Kunst-Praxis“, Amtsgericht, Soest und Galerie Lüftner, Kunst-Praxis, Soest-Ampen
  • 1999 “Karl Burkhard, Alfred Stief, med. Gustav Struck”, Galerie Survival Art, CCH, Hamburg
  • 1999 „Karl Burkhard, Alfred Stief, med. Gustav Struck u.a.”, Akademie der Bildenden Künste, Hamburg
  • 2004 “Sammlung der Kunst-Praxis – Galerie Lüftner“, Kunst im Turm, Lippstadt
  • 2007 „Art Brut, Outsider Art,“ Sammlung Prinzhorn Heidelberg
  • 2009 „Parallelwelten - Leben und Werk, Retrospektive Susanne Lüftner,“ Galerie König, Münster
  • 2009 „Parallelwelten - Leben und Werk, Retrospektive Susanne Lüftner,“ Kunstmuseum Wilhelm Morgner-Haus, Soest
  • 2010 „Outdoor and Outside“, Ausstellung im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 in der Kunsthalle Recklinghausen (Katalog)
  • 2012, 2013 2x2 Forum, Kunsthaus Kannen, Münster
  • Seit 2012 Dauerausstellung im „Museum Sammlung Susanne Lüftner – Outsider & Modern Art“, 59494 Soest, Paradieser Weg 15