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Widerstand gegen Soest-Art-Konzept

Zum unten veröffentlichten Leserbrief erschien am 15.11.2021 ein Artikel im Soester Anzeiger:

Widerstand gegen Soest-Art-Konzept [265 KB]

Soest-Art auf drei Tage reduziert

Leserbrief zum
Artikel im Soester Anzeiger vom 30.10.2021 [243 KB] :
Soest-Art auf drei Tage reduziert:


SoestArt, das Festival für die freie Kulturszene, wurde 2014, 2016 und 2018 von der Wirtschaftsförderung der Stadt in Zusammenarbeit mit etlichen Kulturvereinen vorbereitet und durchgeführt. Durch den Wechsel zum KulturBüro, das dem Schlachthof-Trägerverein angeschlossen ist, soll sowohl die Unabhängigkeit gewährleistet sein, als auch das „Format der Kulturmarke SoestArt“ neu ausgerichtet werden.

Die Marketingsprache der Ausschreibung legt nahe, dass wirtschaftlicher Nutzen und nicht die Förderung und Würdigung der freien Kulturszene im Vordergrund steht. Auch die komprimierte Verdichtung der Festivalreihe von sechs Wochen auf drei Tage am Wochenende verspricht keinen tiefen, nachhallenden Kulturgenuss, sondern „ein Format, mit dem möglichst viele Menschen etwas anfangen können“. Eine wahre „KulturExplosion soll Menschen auch von außerhalb nach Soest locken“. (s. Soester Anzeiger und Homepage SoestArt)

Die neue Ausrichtung von SoestArt wurde während des Corona-Lockdowns vom KulturBüro ohne uns, die Kultur-Akteurinnen und Akteure, entwickelt. Sie wurde uns erstmals Anfang Oktober vorgestellt. Es gab Zustimmung wie z.B.: „Ist doch schön, dass was für uns gemacht wird“, aber auch Kritik. Ich war dabei und nenne die wichtigsten Einwände, die im o. gen. Artikel fehlen:

Die Präsentation und recht barsche Verteidigung der fertigen Pläne und Vorgaben durch Thomas Wachtendorf wurden von etlichen Kulturschaffenden als fehlende Wertschätzung der bisherigen Kooperation, als Gängelung und/oder Vereinnahmung empfunden. Die Namensschöpfung SO ARTig!? für die Veranstaltungsreihe 2022 miesfiel als „geckig“ oder Verharmlosung: „Ich bin nicht artig,“ meinte eine Künstlerin.

Auch die Finanzierung des Festivals fand Kritik - sie sei einseitig und problematisch für die Kulturschaffenden: Der Schlachthof-Trägerverein, das angeschlossene KulturBüro und das Marketing für SO ARTig!? würden jährlich mit einem erheblichen Finanzierungszuschuss seitens der Stadt gefördert. Das KulturBüro böte Künstlerinnen und Künstler zwar Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln - ohne Erfolgsgarantie - an, allerdings sei die Frist dafür bereits Ende Oktober ausgelaufen. Die meisten Akteure würden sich selbst und voraussichtlich vergeblich um die Finanzierung ihrer Arbeit kümmern müssen.

Die Finanzierungsspritze für KulturBüro und Trägerverein lässt auch den Schluss zu, dass diese nicht in jedem Falle unabhängig agieren können. Sie müssen dem Bürgermeister und dem Kulturausschuss Rapport geben und jährlich deren Zustimmung für die Finanzierung erhalten. Unwahrscheinlich ist, dass das ohne Reibereien abgeht, wenn Künstlerinnen und Künstler im Rahmen von SoestArt mit einer kritischen Arbeit überregional Aufsehen erregen. Zuletzt ist dies 2018 geschehen, als Kunst-Praxis, Malschule, der Kreis engagierter Bürger und die WallLinden-Initiative den Umgang mit dem historischen Soester Stadtwall in einer gemeinsamen Performance kritisierten und darüber eine Dokumentation mit dem Logo von SoestArt herausgaben.

Diesen Kritikpunkt stellte ich kürzlich beim ersten „Kulturstammtisch“ vor, an dem auch Mitglieder des Kulturausschusses und wenige Kunstschaffende teilnahmen: Wenn ich als Künstlerin an SO ARTig!? 2022 teilnehmen möchte, muss ich einen Vertrag unterschreiben mit folgendem Passus: „Politische Beiträge sind nicht erlaubt“. (s. Homepage SoestArt „Markennutzung“)

Ich fragte: „Wer hatte ein Interesse daran, diesen Satz dort unterzubringen und was genau ist damit gemeint?“ Frau Frede vom KulturBüro erklärte, der Satz sei bewusst so allgemein gehalten. Die anschließende Diskussion ergab, dass eine solche „Zensur“ nicht statthaft sei. Die Kunst hierzulande ist frei.

Einige Tage später wurde der Passus auf der Homepage des KulturBüros wie folgt abgeändert: „Rassistische, nationalistische, sexistische oder andere dem Geist des Humanismus widersprechende Veranstaltungen oder Verhaltensweisen werden nicht geduldet und entsprechend geahndet.“

Was genau ist - mit dem zweiten Teil des Satzes - gemeint? Vielleicht wurde er bereits wieder abgeändert?


Susanne Lüftner-Haude
Bildende Künstlerin, BBK Ruhrgebiet und Leipzig, GEDOK Leipzig
Leiterin der Kunst-Praxis Soest und Leipzig

Kontakt: 0160 930 708 20


Hierzu erschien am 15.11.2021 ein Artikel im Soester Anzeiger:
Widerstand gegen Soest-Art-Konzept [265 KB]

Kulturpolitik

Die Leistungen von Bildenden Künstler:innen müssen fair vergütet werden
Eine Vergütung für die öffentliche Präsentation bildkünstlerischer Werke muss selbstverständlich sein. Diese Forderung besteht bereits seit den 70er Jahren. Die Ausstellungsvergütung ist eine zeitgemäße, notwendige und grundlegende Antwort auf die prekäre wirtschaftliche Lage von Bildenden Künstler:innen. Sie sollte eine wesentliche Erwerbsquelle für Bildende Künstler:innen sein. Es ist es an der Zeit, diese Gerechtigkeitslücke zu schließen. Zur Aktion ...

KAUFLAND

Werke von Susanne Lüftner und Werke aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“

Textile Objekte, die Bodeninstallation "Kaufland" sowie Arbeiten in teils gegenständlicher Malerei thematisieren mit feiner Ironie gesellschaftlichen Anpassungsdruck, Verführung zum Konsum, Verunsicherung und Identitätssuche des Menschen im digitalen Zeitalter.
Desweiteren werden einige Werke aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“ vorgestellt und Interessierte bekommen Informationen zur KUNST-PRAXIS in Soest.


AUSSTELLUNG
Tapetenwerk
Lützner Str. 91
D-04177 Leipzig

Haus F, Erdgeschoss links

KUNST-PRAXIS – Atelier Susanne Lüftner
Eröffnung
Fr, 17. Sep 2021 18:00 Uhr
Ausstellung
Sa, 18. bis So, 19. Sep 2021

Graphic Novel von Amelie Luna

Corona-Zeiten sind auch für die Kunst-Praxis eine ernste Herausforderung.

Wir haben die öffentliche Kultur-Pause dennoch genutzt und bringen nun das Erstlingswert der 17-jährigen "Amelie Luna" (Künstlerinnen-Name), heraus, die schon seit einigen Jahren das "Laboratorium" der Kunst-Praxis besucht.

Es ist eine Graphic Novel mit phantastischen Zeichnungen und einer berührenden, Mut machenden Geschichte - nicht nur für junge Leute. Ihr Titel ist: "The Ending You Deserve". Der Text wurde von in (gut verständlicher) englischer Sprache verfasst, weil ihre Botschaft überall in der Welt von Bedeutung ist und ist zum Preis von 12 Euro in Soest in der Ritterschen Kunst- und Buchhandlung erhältlich.

Interessenten können sich auch direkt an die Kunst-Praxis oder über Instagram an AMELIELUNAA und TUMBLR: AMELIELUNAA an die Künstlerin wenden

Leseprobe

THE ENDING YOU DESERVE [16.092 KB]
PDF-Leseprobe von Amelies Graphic Novel zum Download


Urheber: LUNA, AMELIE
ISBN-13: 978-3-00-065763-4

Verlag:
Kunst-Praxis Soest e.V.
Paradieser Weg 15
59494 Soest, Westf

Tel: +49 (0160) 93070820
E-Mail: kunstpraxis.soest@t-online.de
MVB-Kennnummer 5221904

Erscheinungstermin: 15.06.2020
Auflage: 200

Anzahl Seiten: ca. 40
Preis: 12,00 EUR (DE)