Aktuelles

Aufruf

Liebe Freunde der Kunstpraxis,

Sage Nein!

gemeinsam gegen Rechts. die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern unser aller Engagement und ein klare Haltung. Ich rufe euch daher auf, gemeinsam mit Parteien, Kirchen und Vereinen, am kommenden Montag (22.01.2024) um 18 Uhr vor dem Soester Rathaus ein starkes Zeichen gegen Hetze, Rassismus und Rechstextremismus zu setzen und für unsere freiheitliche Demokratie zu kämpfen. Je nach Möglichkeit werde ich versuchen einen Redebeitrag einzubringen.

Susanne

22.10.2023 Tag der öffenen Tür

© Foto. a.gewohn - soest

30 JAHRE "SAMMLUNG SUSANNE LÜFTNER - ART BRUT, OUTSIDER & MODERN ART"
Die "Sammlung Susanne Lüftner - Art Brut, Outsider & Modern Art" zeigt Werke, die der Art Brut zuzuordnen sind, z.B. von Karl Burkhard, Alfred Stief und med. Gustav Struck. Menschen, die durch abweichende Erlebens- und Sichtweisen "aus dem Rahmen fallen", Menschen mit außergewöhnlichen Bewusstseinserfahrungen, psychischen Störungen bzw. Behinderungen sind häufig auch sozial benachteiligt und von der Gesellschaft isoliert, insbesondere während längerer Klinikaufenthalte und danach. Künstlerische Arbeit und die Förderung kreativer Begabungen können eine Chance zu aufrichtiger Wertschätzung und gesellschaftlicher Anerkennung sein. Eine Einführung in die Sammlung startet um 15:30 Uhr durch Susanne Lüftner, Gründerin und Leiterin der Kunst-Praxis, Erste Vorsitzende des Fördervereins. Der Eintritt ist frei.

mehr Infos ...

Bericht im Soester Anzeiger vom 06.09.2023 [300 KB]

Fabelhafte Dilettanten

... UND IHRE VIRTUOSE KUNST DER KOMMUNIKATION

Ausstellung vom 01.09. - 10.095.2023 im Tapetenwerk Leipzig

mit Werken von:
• KARL BURKHARD | 1927 - 2001 | Zeichnungen
• ALFRED STIEF | 1952 - 2022 | Gehäkelte Objekte, Schriftbilder, Collagen
• MED. GUSTAV STRUCK | 1937 - 2001 | Malerei, Objekte

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Öffnungszeiten

Tapetenwerkfest 30.0 und Herbstrundgang

Fr 01.09.2023 17 - 24 Uhr
Sa 02.09.2023 11 - 18 Uhr
So 03.09.2023 11 - 17 Uhr

Besichtigung und Verkauf einzelner Exponate
bis zum 10. September 2023
nur nach telefonischer Voranmeldung unter: 0160 930 708 20

Fabelhafte Dilettanten

... UND IHRE VIRTUOSE KUNST DER KOMMUNIKATION

Ausstellung vom 28.04. - 20.05.2023 im Tapetenwerk Leipzig

mit Werken von:
• KARL BURKHARD | 1927 - 2001 | Zeichnungen
• ALFRED STIEF | 1952 - 2022 | Gehäkelte Objekte, Schriftbilder, Collagen
• MED. GUSTAV STRUCK | 1937 - 2001 | Malerei, Objekte

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Öffnungszeiten

Tapetenwerkfest 29.0 und Frühjahrsrundgang

Fr 28.04.2023 17 - 24 Uhr
Sa 29.04.2023 11 - 18 Uhr
So 30.04.2023 11 - 17 Uhr

Besichtigung und Verkauf einzelner Exponate
bis zum 20. Mai 2023
Do, Fr und Sa 13 – 18 Uhr

Alfred Stief verstorben

Alfred Stief - Nachruf

Nachruf zu Alfred Stief
geboren am 29.01.1952 in Recklinghausen, gestorben am 09.11.2022 in Soest


Alfred Stief, einer der ungewöhnlichsten Künstler der Soester Kunstszene, ist am 9. November überraschend gestorben. In den vergangenen zehn Jahren lebte er gut umsorgt im Hanse-Zentrum in Soest. Er besuchte regelmäßig die Kunst-Praxis und arbeitete ehrenamtlich in der Werkstatt des SEN. Die letzten zwei Jahre waren auch für ihn, aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Isolation, sehr beschwerlich. Zwei Krankenhausaufenthalte, die er in diesem Jahr noch zuversichtlich überstand, ließen auf seine Genesung hoffen. Er wurde 70 Jahre alt.

Viele Soesterinnen und Soester kennen Alfred Stief und seine Werke (Malerei, Collage, Textil) von Ausstellungen in der Galerie König in Münster und wenig später im hiesigen Morgner-Haus („Parallelwelten“, 2009), zum Kulturhauptstadtjahr 2010 in der Kunsthalle Recklinghausen („Outdoor & Outside“), in der Kunsthalle Düssseldorf („Avatar und Atavismus“, 2015) und im Kloster Wedinghausen in Arnsberg („Anpassungsstörung“, 2019).
Im „Café Brut“, bei Festen und Veranstaltungen der Soester Kunst-Praxis, die ihn als Mensch und Künstler seit 1993 förderte, zeigte Alfred Stief den Gästen, wie seine Kunst entsteht.
Zuletzt wurden, im September dieses Jahres, einige Werke von ihm einem großen Publikum im „Tapetenwerk“ in Leipzig vorgestellt.

Was verhältnismäßig glücklich endete, war ein über die längste Zeit extrem beschädigtes, stets gefährdetes Leben:
Alfred Stief kam 1952 als dritter von fünf Söhnen eines kriegsversehrten Bahnangestellten und seiner Ehefrau in Recklinghausen zur Welt. Ob seine leicht geistige Behinderung angeboren oder die Folge einer Erkrankung war, ist bisher nicht bekannt. Laut Auskunft seines jüngeren Bruder, verbrachte Alfred Stief seine frühen Jahre in „Haus Hall“, einer strengen, katholischen Einrichtung für Kinder mit Behinderungen in Gescher bei Coesfeld. Als Jugendlicher, zu seiner Familie nach Recklinghausen zurückgekehrt, machte er die Bekanntschaft einer Nachbarin, der er beim Häkeln zusah. Diese Fertigkeit wurde die handwerkliche Grundlage für seine späteren künstlerisch-hochkomplexen Textil-Arbeiten, in denen er biographische Themen verarbeitete.

Bis zu seinem 36. Lebensjahr arbeitete Alfred Stief im Gartenbau und, wie er stolz angab, „als Sandstrahler“ einer Baufirma im Ruhrgebiet.
Tragischerweise geriet er 1989 wegen einer relativ geringfügigen Straftat in den Maßregelvollzug und lebte dann 20 Jahre in verschiedenen Einrichtungen der forensischen Psychiatrie, „unverhältnismäßig lange“, wie die Staatsanwaltschaft 2009 befand.
In den Jahre zuvor, war die Begründung seiner Unterbringung im Maßregelvollzug eine andere gewesen: Von einer schweren Straftat war die Rede und von einer Gefährlichkeit, die nach wie vor von ihm ausginge. Die juristische Überprüfung durch Alfred Stiefs Rechtsbeistand, brachte die Fakten ans Licht und führte zu seiner umgehenden Freilassung.

Auch andere Menschen hatten sich um den Künstler in psychiatrischer Sicherungsverwahrung bemüht. Die Psychosoziale Umschau (PSU) schrieb in ihrer Aprilausgabe 2014: „Seine Entlassung hat Stief der Soester Künstlerin Susanne Lüftner-Haude und dem Förderverein ihrer Kunst-Praxis zu verdanken, die sich lange für den leicht geistig behinderten Häkelkünstler eingesetzt hatten und ihm schließlich einen engagierten Rechtsanwalt an die Seite stellen konnten (wir berichteten in den PSU 3+4/2008 und 2/2009).“

Susanne Lüftner lernte Alfred Stief und zwei weitere Künstler der sogenannten Art-Brut, Gustav Struck und Karl Burkhard, 1992 im Rahmen eines Kunstprojektes kennen, das sie als Künstlerin und angehende Kunsttherapeutin in der westfälischen Klinik für Psychiatrie in Lippstadt-Benninghausen planen und durchführen konnte. Aufgrund eines disziplinarisch begründeten Ausstellungsverbotes für die Patienten Alfred Stief und Gustav Struck, das die Klinikleitung 1993 verhängte, kündigte Susanne Lüftner damals ihre Stelle und gründete ein Jahr später ihre Kunst-Praxis.

Die von der Künstlerin zuvor geplante und vorbereitete Ausstellungs-, Vortrags- und Filmreihe „Aus den Augen - aus dem Sinn“ konnte dennoch im September 1993 in der Neu-Sankt-Thomäkirche, im Burghofmuseum, im Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“ und im Universum-Kino in Soest stattfinden. Susanne Lüftner zeigte in diesem Rahmen eigene und künstlerische Arbeiten von Patientinnen und Patienten sowie die Werke der vom Ausstellungsverbot betroffenen Künstler, mit denen sie in der Klinik gearbeitet hatte. So wurde diese Geschichte unter großer Medien- und Publikumsbeteiligung erstmals öffentlich und auch im Soester Anzeiger thematisiert. Die Klinikleitung erteilte Susanne Lüftner daraufhin ein Besuchsverbot, das mit Sicherheitsbedenken begründet und bis 2005 aufrecht erhalten wurde.

Susanne Lüfter blieb all die Jahre beharrlich bei ihrer Überzeugung, dass Alfred Stiefs künstlerisches Talent nicht hinter Mauern verborgen bleiben dürfe und dass er, ohne Schutz und Unterstützung durch seine Familie, Rückhalt von außen brauche. Susanne Lüftner hielt Kontakt über die Betreuer und durfte ihn ab 2005 regelmäßig in der Forensik besuchen. Sie organisierte Ausstellungen, Museums-, Galerie- und Hochschulkontakte und stellte die Künstler der sogenannten Art Brut oder Outsider Art, Karl Burkhard, Gustav Struck und Alfred Stief landesweit und international vor.

Bestärkung erfuhr die Künstlerin durch das nicht nachlassende Engagement von Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Fördervereins der Kunst-Praxis, vom Bundesverband Psychiatrieerfahrener sowie durch Berichterstattungen in der FAZ, der taz, im WDR und immer wieder auch im Soester Anzeiger.

Alfred Stief, der seit einer Kehlkopfkrebsoperation im Jahr 2005, nicht mehr sprechen konnte, zeigte sich den Menschen, die ihn unterstützten, auf liebenswerte Weise verbunden und dankbar. Susanne Lüftner: „Seine Freundlichkeit und Zugewandtheit hat er sich bis zuletzt bewahrt und konnte dies, auch ohne Worte, aufmerksam und humorvoll zeigen. Darin ist er allen, die ihn kennen, ein Vorbild.“

Schon zu Lebzeiten hat Alfred Stief seine Kunstwerke der „Sammlung Susanne Lüftner“ vermacht, die ebenso wie die Werke von Karl Burkhard und Gustav Struck, die lange die Kunst-Praxis besuchten und 2001 verstorben sind, im kleinen Museum der Kunst-Praxis untergebracht und nach Voranmeldung bewundert werden können.



Soest, den 12.12.2022

Für den gesamten Vorstand des Fördervereins der KUNST-PRAXIS Soest e.V.

Susanne Lüftner-Haude

Bildende Künstlerin
Kunsttherapeutin
Leiterin der KUNST-PRAXIS
Erste Vorsitzende des Fördervereins der
KUNST-PRAXIS Soest e.V.

#kulturgibt Anstöße - Impressionen

#Kulturgibt Anstöße - Rückblick

19.11.2022 - Rosengärtren "speak free"

"Die Kultur ist kein „nice to have“, sondern von existenzieller Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen! Kultur ermöglicht ein Leben in Freiheit und Demokratie, sie gibt uns die Fähigkeit, unlösbare Widersprüche, Mehrdeutigkeiten und Ungewissheiten auszuhalten und zu überwinden."

"Aus der Präambel der Satzung von: Initiative für die Kultur in Deutschland e.V.

#kulturgibt Anstöße - Rede von Susanne Lüftner Haude Nachlesen [113 KB]


28 Jahre Kunst-Praxis-Soest

Rede von Susanne Lüftner-Haude zum 28. Geburtstag der Kunst-Praxis:
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste, die Soester Kunst-Praxis war, erstmals in ihrer Geschichte, zwei Jahre lang für Publikumsverkehr geschlossen und Angebote wie „Laboratorium, Kunst von und für Menschen mit und ohne Behinderungen“, „Beziehungsweise - Kunsttherapie“, „Denk mal! -philosophische Seminare und Workshops sowie Vorträge zu gesellschaftlich relevanten Themen“ und das Café Brut waren vom Corona-Lock-down betroffen und wurden eingestellt.

In dieser Zeit wurden die Werk- und Ausstellungsräume fachkundig renoviert, was mit großem Aufwand verbunden war, denn unser Gartenhaus musste wegen der Bodensanierung vollkommen leer geräumt werden.
So gut es pandemiebedingt ging, pflegte und erweiterte ich unsere Netzwerke. Zuletzt, in diesem Jahr, förderte unser Förderverein die Durchführung und Veröffentlichung der Kunstaktion „Speak Free“ von Susanne Lüftner, also meiner Person, am Redepult im Soester Rosengarten.

28 Jahre lang, seit ihrer Gründung im Jahr 1994, hat die Kunst-Praxis als Pilotprojekt weit über Soest hinaus, Pionierarbeit geleistet, wurde zu Ausstellungen, Kongressen, Symposien und in Hochschulen im In- und Ausland eingeladen, um über ihre Erfahrungen, Erfolge und Behinderungen, im Bereich Kunst und Kultur zu berichten und Zeugnis abzulegen, lange bevor der Begriff „Inklusion“ zum sozial- und bildungspolitischen Weckruf wurde.

Hier klicken, um den gesamten Text nachzulesen ... [82 KB]

RÜCKBLICK: KÄFERFLUG UND WANDERKARRE

16-18.09.2022 - Tapenwerk Leipzig
Werke von Susanne Lüftner und Werke aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“
Ein fotografisches, digital bearbeitetes Selbstportrait, textile Objekte und Arbeiten in teils gegenständlicher Malerei thematisieren mit feiner Ironie gesellschaftlichen Anpassungsdruck, Verführung zum Konsum, Verunsicherung und Identitätssuche des Menschen im digitalen Zeitalter. Desweiteren wurden einige Werke von Karl Burkhard, Alfred Stief und Med. Gustav Struck aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“ vorgestellt

Künstlerische Intervention

Vorstellung der Kunstaktion zu Manaf Halbounis "speak free" im Rosengarten am 19.06.2022

Aktionsplakat Download [673 KB]

Ausstellung in Leipzig 2022

Tapetenwerkfest
Freitag, 16.09.2022

Herbstrundgang
Samstag, 17.09.2022 von 11 - 18 Uhr
Sonntag, 18.09.2022 von 11 - 17 Uhr

KARAKATAK

16-18.09.2022 - Tapenwerk Leipzig
Als Überraschungsgast hat sich das Improvisationsduo Karakatak zum Tapetenwerkfest 28.0 + Herbstrundgang 2022 angekündigt. Ella Wolff und Elmar Kühn werden bei passender Gelegenheit während der Öffnungszeiten eine Kostprobe ihrer Ton-Kunst - mitschwingend zu den vorgestellten Exponaten - darbieten:

"Auf ihrer Reise durch unterschiedlichste musikalische Stilistik mischt sich samtig sonore Kommunikation mit experimenteller Klangerfahrung zu Formen improvisatorischer Assoziation aus Witz, Weisheit und emotionaler Befreiung. Dabei verleihen die virtuosen Musik-, Gesangs- und SprachperformerInnen mittels Beatbox-Bounces, Noises und Voices ihrer Liebe zu diversen künstlerisch-musikalischen Formen Ausdruck: inspiriert durch Genres wie Hip-Hop, Metal, Newsoul, Jazz, Electro, Reggaeton, Dub, Drum ’n’ Bass, Triphop, bis hin zu Klängen und Harmonien klassischer Klarheit."

Tag der offenen Ateliers in Leipzig

Sonntag, 25.09.2022 von 14 - 19 Uhr

Atelier und Galerie Susanne Lüftner
Tapetenwerk
Lützenerstraße 91
Haus F, Erdgeschoss
D-04177 Leipzig

Mitgliederversammlung 2022

24.05.2022 - Mitgliederversammlung der Kunst-Praxis.

Die Einladung mit den vorgesehenen TOPs geht/ging allen Mitgliedern per e-Mail zu. Die Mitgliederversammlung findet statt am:

Zeit: Dienstag, den 24.05.2022, 19:00 Uhr
Ort: Kunst-Praxis Soest, Atelier im Garten
Paradieser Weg 15
59494 Soest

Habt Ihr Vorschläge zur Verbesserung und zur Intensivierung der Kulturarbeit oder für Programmpunkte? Für Eure Anregungen sind wir dankbar!

Wir freuen uns darauf, Euch im Atelier der Kunst-Praxis begrüßen zu dürfen.

Kunst und Kultur können Türen offen halten

03.03.2020 - Pressemitteilung des KUNST-PRAXIS Soest e.V. zum Krieg in der Ukraine:

Die Soester Kunst-Praxis hat sich im Lauf ihres fast dreißigjährigen Bestehens, für die Förderung und Sichtbarmachung künstlerisch begabter Menschen mit Psychiatrieerfahrung, seelischen und/oder körperlichen Beinträchtigungen stark gemacht. In der Nazidiktatur wurden behinderte Menschen, aber auch kritische, "entartete" Künstlerinnen und Künstler, hunderttausendfach Opfer eines barbarischen, systematischen Vernichtungswahns. Bis heute kämpfen sie - auch in der freien Welt - mit ihren Verbänden um gerechte Teilhabe und gegen Stigmatisierung.

Die Kunst-Praxis, behinderte und nichtbehinderte Kunst- und Kulturschaffenden gemeinsam, haben sich in Soest sowie deutschlandweit und international mit Ausstellungen, Vortragsreihen und Kunstaktionen für Freiheit und Demokratie, Gerechtigkeit und Diversität, Natur-, Kultur- und Klimaschutz u.v.a.m. engagiert und kritisch eingesetzt.

Das Outsider-Art-Museum der Kunst-Praxis wurde 2012 von der in der Ukraine geborenen Künstlerin, Psychologiestudentin und ehemaligen Frontfrau der "Piratenpartei" Marina Weisband eingeweiht. Ihr Vortrag hatte den Titel: „Wie Kunst uns alle retten kann - über den kreativen Zugang zu Politik und Gesellschaft.“

Voller Schmerz und Entsetzen schauen wir jetzt auf das Kriegsgeschehen in der Ukraine, dabei stehen wir, Vorstand und Mitglieder des Kunst-Praxis Soest e.V., voll hinter dem Appell des Deutschen Kulturrates vom 02.03.2022:

>>Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, verfolgt mit großer Sorge den Krieg in der Ukraine. Es ist ein russischer Angriffskrieg. Der Deutsche Kulturrat steht klar und unmißverständlich an der Seite der Menschen, die in der Ukraine für Freiheit und Unabhängigkeit einstehen und kämpfen. Er steht zu den Menschen, die sich in Russland, oft unter Einsatz ihres Lebens und das ihrer Familien, für Frieden und Freiheit, für Demokratie und Menschenrechte, für Kunst- und Medienfreiheit. Er ist voller Respekt vor den Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Krieg berichten und dafür Leib und Leben riskieren. Gerade jetzt sind unabhängige Informationen dringend erforderlich.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagt zu den aktuellen Entwicklungen: "Kunst ist auch politisch, aber ich bin fest davon überzeugt, dass nicht von jedem Künstler oder jeder Künstlerin ein politisches Statement verlangt werden darf. Insbesondere nicht von Künstlerinnen und Künstlern, die dafür ihr Leben und das ihrer Familien riskieren müssen. Wer sich allerdings als Künstler oder Künstlerin Autokraten andient und sie unterstützt, muss mit Konsequenzen rechnen, dies sollte generell und nicht nur im Krieg gelten. Eine Form von Gesinnungsprüfung ist allerdings mit der Kunstfreiheit nicht vereinbar. Es darf keinen Bekenntniszwang geben, das widerspricht unseren demokratischen Grundwerten.

Wichtig ist, den verzweifelten Menschen in der Ukraine zu helfen.
Wichtig ist, dass wir allen Geflüchteten dieses Krieges Asyl in unserem Land gewähren.
Wichtig ist aber auch, die positiven zivilgesellschaftlichen Kräfte in Rußland zu stärken.
Wichtig ist, dass der Dialogfaden nicht gänzlich abreißt.

Kunst und Kultur können Türen offenhalten, wenn selbst die Türen der Diplomatie zugefallen sind."<<

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„Kultur ist Soest sehr lieb und ziemlich teuer“

Leserbrief zum:
Artikel im Soester Anzeiger vom 29.11.202
„Kultur ist Soest sehr lieb und ziemlich teuer“ [267 KB]


„Wie viel ist uns Kultur wert?“ fragt Anzeiger Redakteur Kienbaum eingangs im o.g. Artikel und behauptet dann, “Bürger und von ihnen gewählte politische Stellvertreter“ würden „spätestens in Zeiten, wo das Geld knapp ist (-) gerne die Frage stellen: Muss das wirklich sein? Auch wenn das Kunst ist, kann das nicht weg?“

Formulierungen wie dieser letzte Satz können bei kulturnahen Menschen Schnappatmung auslösen, doch möchte ich nicht näher darauf eingehen. Wichtiger erscheint es mir zu fragen, ob die Kunst- und Kulturförderung in Soest tatsächlich so überaus großzügig ist, wie der Artikel vorgibt.

Herr Kienbaum nennt Subventionen, die wie jedes Jahr an die städtischen Museen, die Stadtbücherei und an Institutionen wie Musikschule und Alter Schlachthof fließen. Wie hoch oder bescheiden ist der Prozentsatz, der als Kulturetat (2,5 Millionen Euro) vom Gesamthaushalt abgezweigt werden soll? Herr Wapelhorst, Kämmerer und Kulturbeauftragter der Stadt „in Personalunion“ könnte darauf eine Antwort geben.

Nun sind Unterstützungen aus Steuermitteln für prestigeträchtige und den Tourismus bedeutsame Kultureinrichtungen eine Sache, wie aber steht es um die Förderung der freien Szene in Soest?

Als eine der ersten Städte landesweit hat der Soester Stadtrat im Jahr 1996 entschieden, die sogenannten freiwilligen Leistungen für die Kultur auf 15 Tausend Euro jährlich einzudampfen. Um diese Mittel dürfen sich Soester Kunst- und Kulturschaffende seitdem bewerben, sie werden projektbezogen - auch an bereits subventionierte Einrichtungen - vergeben.

Kulturförderung heißt u.a. aber auch: Gibt es in Soest bezahlbare Atelier-, Übungs- und Wohnräume, ausreichend Ausstellungs- und Auftrittsmöglichkeiten, „Brotjobs“ für Künstlerinnen und Künstler? Die allermeisten lebten und arbeiteten schon vor der Coronakrise in prekären Verhältnissen. Wie viele werden noch aufgeben? Denn die staatlichen Hilfspakete greifen bei Soloselbstständigen und der freien Szene oft nicht. Wie steht es um die Kulturberichterstattung in Soest? Wie ist es um die personelle Besetzung, Unabhängigkeit und fachliche Kompetenz hiesiger Kunst- und Kultur-Stiftungen, -Stipendien und -Preise bestellt? Werden Diskussionen geführt über die Rolle von Kunst und Kultur in einer sich wandelnden Gesellschaft vor den Herausforderungen von Pandemie und Klimawandel?

Bei wem das letzte Statement der scheidenden Kanzlerin dazu noch nachhallt, der weiß, wie existentiell wichtig diese Debatten sind und sein werden. Ich hoffe, dass die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth, die u.a. „Strukturen der freien Szene“ ausbauen will, beherzt für frischen Wind sorgt, der nicht an Soest vorbeizieht.

Susanne Lüftner-Haude, Bildende Künstlerin, Leiterin der Kunst-Praxis Soest und Leipzig

Widerstand gegen Soest-Art-Konzept

Zum unten veröffentlichten Leserbrief erschien am 15.11.2021 ein Artikel im Soester Anzeiger:

Widerstand gegen Soest-Art-Konzept [265 KB]

Soest-Art auf drei Tage reduziert

Leserbrief zum
Artikel im Soester Anzeiger vom 30.10.2021 [243 KB] :
Soest-Art auf drei Tage reduziert:


SoestArt, das Festival für die freie Kulturszene, wurde 2014, 2016 und 2018 von der Wirtschaftsförderung der Stadt in Zusammenarbeit mit etlichen Kulturvereinen vorbereitet und durchgeführt. Durch den Wechsel zum KulturBüro, das dem Schlachthof-Trägerverein angeschlossen ist, soll sowohl die Unabhängigkeit gewährleistet sein, als auch das „Format der Kulturmarke SoestArt“ neu ausgerichtet werden.

Die Marketingsprache der Ausschreibung legt nahe, dass wirtschaftlicher Nutzen und nicht die Förderung und Würdigung der freien Kulturszene im Vordergrund steht. Auch die komprimierte Verdichtung der Festivalreihe von sechs Wochen auf drei Tage am Wochenende verspricht keinen tiefen, nachhallenden Kulturgenuss, sondern „ein Format, mit dem möglichst viele Menschen etwas anfangen können“. Eine wahre „KulturExplosion soll Menschen auch von außerhalb nach Soest locken“. (s. Soester Anzeiger und Homepage SoestArt)

Die neue Ausrichtung von SoestArt wurde während des Corona-Lockdowns vom KulturBüro ohne uns, die Kultur-Akteurinnen und Akteure, entwickelt. Sie wurde uns erstmals Anfang Oktober vorgestellt. Es gab Zustimmung wie z.B.: „Ist doch schön, dass was für uns gemacht wird“, aber auch Kritik. Ich war dabei und nenne die wichtigsten Einwände, die im o. gen. Artikel fehlen:

Die Präsentation und recht barsche Verteidigung der fertigen Pläne und Vorgaben durch Thomas Wachtendorf wurden von etlichen Kulturschaffenden als fehlende Wertschätzung der bisherigen Kooperation, als Gängelung und/oder Vereinnahmung empfunden. Die Namensschöpfung SO ARTig!? für die Veranstaltungsreihe 2022 miesfiel als „geckig“ oder Verharmlosung: „Ich bin nicht artig,“ meinte eine Künstlerin.

Auch die Finanzierung des Festivals fand Kritik - sie sei einseitig und problematisch für die Kulturschaffenden: Der Schlachthof-Trägerverein, das angeschlossene KulturBüro und das Marketing für SO ARTig!? würden jährlich mit einem erheblichen Finanzierungszuschuss seitens der Stadt gefördert. Das KulturBüro böte Künstlerinnen und Künstler zwar Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln - ohne Erfolgsgarantie - an, allerdings sei die Frist dafür bereits Ende Oktober ausgelaufen. Die meisten Akteure würden sich selbst und voraussichtlich vergeblich um die Finanzierung ihrer Arbeit kümmern müssen.

Die Finanzierungsspritze für KulturBüro und Trägerverein lässt auch den Schluss zu, dass diese nicht in jedem Falle unabhängig agieren können. Sie müssen dem Bürgermeister und dem Kulturausschuss Rapport geben und jährlich deren Zustimmung für die Finanzierung erhalten. Unwahrscheinlich ist, dass das ohne Reibereien abgeht, wenn Künstlerinnen und Künstler im Rahmen von SoestArt mit einer kritischen Arbeit überregional Aufsehen erregen. Zuletzt ist dies 2018 geschehen, als Kunst-Praxis, Malschule, der Kreis engagierter Bürger und die WallLinden-Initiative den Umgang mit dem historischen Soester Stadtwall in einer gemeinsamen Performance kritisierten und darüber eine Dokumentation mit dem Logo von SoestArt herausgaben.

Diesen Kritikpunkt stellte ich kürzlich beim ersten „Kulturstammtisch“ vor, an dem auch Mitglieder des Kulturausschusses und wenige Kunstschaffende teilnahmen: Wenn ich als Künstlerin an SO ARTig!? 2022 teilnehmen möchte, muss ich einen Vertrag unterschreiben mit folgendem Passus: „Politische Beiträge sind nicht erlaubt“. (s. Homepage SoestArt „Markennutzung“)

Ich fragte: „Wer hatte ein Interesse daran, diesen Satz dort unterzubringen und was genau ist damit gemeint?“ Frau Frede vom KulturBüro erklärte, der Satz sei bewusst so allgemein gehalten. Die anschließende Diskussion ergab, dass eine solche „Zensur“ nicht statthaft sei. Die Kunst hierzulande ist frei.

Einige Tage später wurde der Passus auf der Homepage des KulturBüros wie folgt abgeändert: „Rassistische, nationalistische, sexistische oder andere dem Geist des Humanismus widersprechende Veranstaltungen oder Verhaltensweisen werden nicht geduldet und entsprechend geahndet.“

Was genau ist - mit dem zweiten Teil des Satzes - gemeint? Vielleicht wurde er bereits wieder abgeändert?


Susanne Lüftner-Haude
Bildende Künstlerin, BBK Ruhrgebiet und Leipzig, GEDOK Leipzig
Leiterin der Kunst-Praxis Soest und Leipzig

Kontakt: 0160 930 708 20


Hierzu erschien am 15.11.2021 ein Artikel im Soester Anzeiger:
Widerstand gegen Soest-Art-Konzept [265 KB]

Kulturpolitik

Die Leistungen von Bildenden Künstler:innen müssen fair vergütet werden
Eine Vergütung für die öffentliche Präsentation bildkünstlerischer Werke muss selbstverständlich sein. Diese Forderung besteht bereits seit den 70er Jahren. Die Ausstellungsvergütung ist eine zeitgemäße, notwendige und grundlegende Antwort auf die prekäre wirtschaftliche Lage von Bildenden Künstler:innen. Sie sollte eine wesentliche Erwerbsquelle für Bildende Künstler:innen sein. Es ist es an der Zeit, diese Gerechtigkeitslücke zu schließen. Zur Aktion ...

KAUFLAND

Werke von Susanne Lüftner und Werke aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“

Textile Objekte, die Bodeninstallation "Kaufland" sowie Arbeiten in teils gegenständlicher Malerei thematisieren mit feiner Ironie gesellschaftlichen Anpassungsdruck, Verführung zum Konsum, Verunsicherung und Identitätssuche des Menschen im digitalen Zeitalter.
Desweiteren werden einige Werke aus der „Sammlung Susanne Lüftner - Outsider Art und Art Brut“ vorgestellt und Interessierte bekommen Informationen zur KUNST-PRAXIS in Soest.


AUSSTELLUNG
Tapetenwerk
Lützner Str. 91
D-04177 Leipzig

Haus F, Erdgeschoss links

KUNST-PRAXIS – Atelier Susanne Lüftner
Eröffnung
Fr, 17. Sep 2021 18:00 Uhr
Ausstellung
Sa, 18. bis So, 19. Sep 2021

Graphic Novel von Amelie Luna

Corona-Zeiten sind auch für die Kunst-Praxis eine ernste Herausforderung.

Wir haben die öffentliche Kultur-Pause dennoch genutzt und bringen nun das Erstlingswert der 17-jährigen "Amelie Luna" (Künstlerinnen-Name), heraus, die schon seit einigen Jahren das "Laboratorium" der Kunst-Praxis besucht.

Es ist eine Graphic Novel mit phantastischen Zeichnungen und einer berührenden, Mut machenden Geschichte - nicht nur für junge Leute. Ihr Titel ist: "The Ending You Deserve". Der Text wurde von in (gut verständlicher) englischer Sprache verfasst, weil ihre Botschaft überall in der Welt von Bedeutung ist und ist zum Preis von 12 Euro in Soest in der Ritterschen Kunst- und Buchhandlung erhältlich.

Interessenten können sich auch direkt an die Kunst-Praxis oder über Instagram an AMELIELUNAA und TUMBLR: AMELIELUNAA an die Künstlerin wenden

Leseprobe

THE ENDING YOU DESERVE [16.092 KB]
PDF-Leseprobe von Amelies Graphic Novel zum Download


Urheber: LUNA, AMELIE
ISBN-13: 978-3-00-065763-4

Verlag:
Kunst-Praxis Soest e.V.
Paradieser Weg 15
59494 Soest, Westf

Tel: +49 (0160) 93070820
E-Mail: kunstpraxis.soest@t-online.de
MVB-Kennnummer 5221904

Erscheinungstermin: 15.06.2020
Auflage: 200

Anzahl Seiten: ca. 40
Preis: 12,00 EUR (DE)

#kulturgibt - Wir machen mit!

#kulturgibt - Kunstaktion der KUNST-PRAXIS zum bundesweiten Aktionstag am 19.11.2022

Wozu Kunst?
Samstag, 19.11.2022, 12 bis 15 Uhr
Auf der Wiese vorm Rednerpult "Speak Free"
im Soester Rosengarten


Nach dem Auftakt mit einer künstlerischen Intervention oder einer kurzen Rede von Susanne Lüftner auf dem ehemaligen Schussfeld vor der Wallanlage können weitere Akteur:innen, auch zufällig vorbeiflanierende, laut oder leise formulieren: aufschreiben, zeichnen, malen, singen, tanzen, rappen und/oder auf dem Rednerpodest vor-tragen, was ihnen Kultur und Kunst bedeuten: "Wozu Kunst?"

Wer mitmacht bekommt ein signiertes Kunstposter von Susanne Lüftners Kunstaktion "Speak Free" vom 19.06.2022 im Soester Rosengarten.

Ansonsten gibt es Poster, Postkarten, Flyer und Kataloge vergangener Kunst-Aktionen der Soester KUNST-PRAXIS, die inzwischen Erinnerungs- und Liebhaberwert besitzen.

Spenden sind willkommen.