Führungen durch die Ausstellung "Art in Paradise" im Haus der Kunst-Praxis nach telefonischer Absprache.

Tel.: 02921 76 70 97

Mobil: 0160 930 708 20

Presseartikel zu Alfred Stief

Systemfehler? Wie einer übergangsweise in den Maßregelvollzug kam und dann 20 Jahre eingesperrt blieb

Von Cornelia Schäfer

Redaktion: Gundi Große

WDR 5, Mittwoch, 8.7.09 um 10.05, Wiederholung am selben Tag um 23.10 Uhr

 

Über Alfred Stief könnte man schon allein deshalb berichten, weil er ausgesprochen originelle Kunstwerke fabriziert: Der Mann häkelt bunte Bilder mit Inschriften, phantasievolle Kopfbedeckungen und Skulpturen wie z.B. eine Insel samt Häusern mit aufklappbaren Dächern und Menschen mit herausrollbaren Zungen. Aber seine Geschichte ist auch durch ihre Tragik erzählenswert:

1990 kam Alfred Stief in die forensische Psychiatrie, „einstweilig“, wie das Gericht damals bestimmte. Dass er nicht sein ganzes Leben dort eingesperrt blieb, hat er wohl einzig dem ausdauernden und unerschrockenen Engagement einer Künstlerin (Susanne Lüftner) zu verdanken. Kürzlich kam er nach fast zwanzig Jahren Maßregelvollzug frei. Als Cornelia Schäfer die Geschichte des leicht geistig behinderten Mannes vor und in der Forensik recherchierte, musste sie auf seine Stimme verzichten, denn Stief kann nach einer Kehlkopfkrebs-Operation nicht mehr sprechen. Aber auch vom zuständigen Landschaftsverband Westfalen-Lippe kam zu vielen Fragen nichts als Schweigen….