Führungen durch die Ausstellung "Art in Paradise" im Haus der Kunst-Praxis nach telefonischer Absprache.

Tel.: 02921 76 70 97

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Alfred Stief im Heidelberger Kunstverein

›Gegen Faulheit‹ - Neues und Ungesehenes aus der Sammlung Prinzhorn

Gudrun Bierski, Alexandra Galinova, Bernd Meckes, Dietrich Orth, Alfred Stief, Ursi

 

Der Heidelberger Kunst-Verein zeigt in Kooperation mit der weltberühmten Sammlung Prinzhorn vom 23. April bis zum 11. Juni 2016 die Ausstellung „Gegen Faulheit“, die sechs Positionen aus der jüngeren Sammlung des Museums präsentiert:

Die Auswahl betont die vielfältigen Lebensgeschichten der Künstler und auch die Diversität der künstlerischen Ausdrucksformen, die Malereien, Zeichnungen, Stickbilder oder Objekte umfassen.

So ist in der Ausstellung die „Hand mit langem Arm“, ein aus Bindfaden gehäkeltes Objekt von Alfred Stief zu sehen. Alfred Stief wird seit 1992 von der Künstlerin Susanne Lüftner, Leiterin der Kunst-Praxis in Soest, gefördert und international vorgestellt und ist seit einigen Jahren auch in der Sammlung Prinzhorn vertreten. 

Die ausgewählte Kunst im Heidelberger Kunstverein unterscheidet sich formal kaum von anerkannten Positionen, doch ist der Weg der Künstler zur Kunst häufig ein anderer, der vor allem von psychischer Erkrankung geprägt ist: Die Kunst wird hier zum dringlichen Ausdruck einer oftmals alternativlosen Selbstbefragung und -vergewisserung.

In den letzten zehn Jahren haben umfassende Ausstellungsprojekte immer wieder den Versuch unternommen, die In- und Exklusionsmechanismen der Kunstgeschichtsschreibung zu hinterfragen. Wann gilt Kunst als sogenannte Outsider Art und wann nicht? Generiert die Ausbildung an der Kunstakademie den Unterschied oder die Anerkennung durch das Betriebssystem Kunst? Liegt es am Kontext, in dem das Werk gezeigt, vermittelt und rezipiert wird? Welche Rolle spielt die Autonomie? Was gilt als ›normal‹ und was als ›krank‹? Und was ist Kunst?

›Gegen Faulheit‹ ist ein Zitat aus einer malerischen Bild-Text-Skizze von Dietrich Orth, einer der Protagonisten der ausgewählten künstlerischen Positionen. Gegen Faulheit und für das Nachdenken: In der Ausstellung werden Fragen zum Verhältnis von Kunst und Leben, Stigma und Geltung, Ästhetischem und Nicht-Ästhetischem anhand der eindrücklichen Arbeiten angestoßen und zur Diskussion gestellt.

(Textquelle: Heidelberger Kunstverein)

 

Die Kunst-Praxis plant eine Exkursion nach Heidelberg in die Sammlung Prinzhorn und in den Kunstverein. Interessenten können sich melden unter: 02921 76 70 97; 0160 970 483 59. 

 

Zusatzinfo:

Kunst ermöglicht Zugang zu Welten, die uns unbekannt oder fremd sind. Den Künstlern unter Umständen ebenso wie den Betrachtern – Welten, die sich der direkten Begrifflichkeit entziehen und erst in der Verbildlichung eine Annäherung zulassen.

Das belegen viele der Werke, die der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn (1886 – 1933) zusammengetragen hat. Der historische Bestand der berühmten Sammlung Prinzhorn in Heidelberg umfasst ca. 6000 Zeichnungen, Aquarelle, Gemälde, Skulpturen, Textilien und Texte, die Patienten psychiatrischer Anstalten zwischen 1840 und 1945 geschaffen haben. Seit 1980 wächst die Sammlung dieses Museums erneut durch Schenkungen von Kunst Psychiatrie-Erfahrener: Der neuere Bestand umfasst mittlerweile ca. 14.000 Werke.

 

Dr. Thomas Röske, Leiter der Sammlung Prinzhorn, berät Susanne Lüftner mit ihrer Sammlung von Outsider Art und Art Brut seit 1993. Im Jahr 2012 eröffnete er das private Museum der „Sammlung Susanne Lüftner“ im Haus der Kunst-Praxis in Soest, einem Ort für Kunst und Leben für Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung, für behinderte und nichtbehinderte Grenzgänger, Phantasten und Neugierige. 

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